Vielfliegerprogramme: So funktioniert der Status

Vielfliegerprogramme so funktioniert der Status

In unserem letzten Artikel über Vielflieger-Programme ging es um die Awardmeilen. Jetzt wird es Zeit, sich den Statusteil der Programme genauer anzuschauen. Und der tickt anders, als man zunächst denkt.

Statusmeilen sind nicht gleich Awardmeilen

Anders als Awardmeilen, die je nach Programm unbegrenzt gültig bleiben können, verfallen Statusmeilen oder Statuspunkte meist nach einem Jahr. In den meisten Fällen ist das ein Kalenderjahr.

Sie sammeln Statusmeilen zeitgleich mit Ihren Awardmeilen bei jedem Flug, können sie aber nicht für Prämien einlösen, also zum Beispiel nicht für Flugtickets. Der Sinn der Statusmeilen ist ein anderer: sie zeigen, wie häufig oder intensiv Sie eine bestimmte Airline (oder eine bestimmte Allianz) im Laufe des Jahres nutzen. Das Prinzip ist simpel. Je mehr Sie mit der Airline fliegen, desto mehr Statusmeilen sammeln Sie, desto höher fällt Ihr Status aus.

Welche Statuslevel gibt es üblicherweise?

In jedem Programm gibt es mindestens zwei Statuslevel (das Einstiegslevel, das man direkt bei der Registrierung erhält, zählen wir hier nicht mit, es bringt in der Regel keine nennenswerten Vorteile):

  • Auf dem ersten Statuslevel sind die Vorteile meist eher bescheiden. Je nach Programm oder Allianz profitieren Sie von einer höheren Meilengutschrift für denselben Flug, von einem Priority Check-in am Business-Schalter oder von einer bevorzugten Position auf der Warteliste.
  • Das zweite Statuslevel bringt in der Regel deutlich mehr: Priority Boarding, Zugang zu Airline-Lounges, bevorzugte Gepäckabfertigung, Upgrades.

Manche Programme belassen es bei diesen zwei Stufen, andere bauen drei, vier oder noch mehr Level aus. Genau dieser Unterschied macht es innerhalb der Allianzen manchmal kompliziert. Deshalb haben die großen Allianzen, Star Alliance, SkyTeam und OneWorld, allianzweite Statuslevel eingeführt und bilden die verschiedenen Programm-Level ihrer Mitgliedsairlines auf zwei bis drei gemeinsame Stufen ab.

SkyTeam und Star Alliance kennen jeweils zwei allianzweite Level. Bei SkyTeam heißen sie Elite und Elite Plus, bei Star Alliance Silver und Gold. OneWorld geht mit drei Stufen einen Schritt weiter: Ruby, Sapphire und Emerald.

Ein Beispiel: die Statuslevel von Lufthansa, Frequent Traveller, Senator und HON Circle, werden wie folgt auf die Star-Alliance-Ebene übertragen:

Lufthansa-StatusStar-Alliance-Level
Frequent TravellerSilver
SenatorGold
HON CircleGold

Bei Flying Blue (Air France/KLM) sieht die Zuordnung zu SkyTeam so aus:

Flying-Blue-StatusSkyTeam-Level
SilverElite
GoldElite Plus
PlatinumElite Plus

Das sorgt dafür, dass die Vorteile innerhalb einer Allianz vereinheitlicht werden, sobald Sie mit einer Partner-Airline statt mit Ihrer eigentlichen „Heimat-Airline“ fliegen. Mit anderen Worten: haben Sie den Senator-Status bei Lufthansa, werden Sie auf jeder der 25 Star-Alliance-Airlines mit den Vorteilen des Gold-Levels erkannt. Darauf können Sie sich verlassen.

Welche Vorteile bringt ein allianzweiter Status konkret?

Die Vorteile des höheren Levels schließen dabei immer die des niedrigeren mit ein.

StatusStar AllianceStatusSkyTeamStatusOneWorld
SilverPriority Waitlist, Priority Stand-by am FlughafenElitePriority Waitlist, Priority Stand-by, Priority Check-in, zusätzliches Gepäck, Priority Boarding, Priority SeatingRubyPriority Waitlist, Priority Stand-by, Priority Check-in, Priority Seating
GoldPriority Check-in, zusätzliches Gepäck, Priority bei Sicherheitskontrolle, Lounge-Zugang, Priority Boarding, Priority GepäckabfertigungElite PlusPriority bei Einreise und Sicherheit, Lounge-Zugang, Priority Gepäckabfertigung, Sky Priority Erkennung, Priority an TransferschalternSapphireLounge-Zugang, Priority Boarding, Priority Gepäckabfertigung
EmeraldPriority bei Einreise und Sicherheit, Check-in an First-Class-Schaltern, Zugang zu First-Class-Lounges

Wie Sie in der Tabelle sehen, bietet SkyTeam schon auf dem ersten Statuslevel die meisten Vorteile. Auf dem zweiten Level gleichen sich die Programme dann wieder stärker an.

Warum haben Airlines mehr Statuslevel, als in der Allianz überhaupt vorgesehen sind?

Die Antwort: die Vorteile können sich zwischen den Allianzen, und sogar zwischen Airlines derselben Allianz, deutlich unterscheiden. Innerhalb der Star Alliance dürfen Sie auf Silver-Level nicht allzu viel erwarten, hauptsächlich Priorität auf Wartelisten und beim Stand-by, eventuell etwas höhere Meilengutschriften. Mit dem Elite-Status bei SkyTeam dagegen bekommen Sie schon Zugang zum Business-Check-in, mehr Freigepäck, Priority Boarding und ein paar weitere kleinere Annehmlichkeiten.

Gerade innerhalb der Star Alliance wissen die Airlines, dass die Vorteile auf dem ersten Level eher mager ausfallen, und legen deshalb bei der eigenen Airline noch etwas drauf, wenn Sie mit der Airline fliegen, die Ihr Programm überhaupt betreibt. Lufthansa zum Beispiel lässt ihre Frequent Traveller am Business-Schalter einchecken und in die Business-Lounges, wenn sie mit einer Airline der Lufthansa Group unterwegs sind. Allianzweit gelten diese Extras allerdings nicht. Wer mit der eigenen Programm-Airline fliegt, bekommt also mehr, als der reine Allianz-Status verspricht.

Dasselbe gilt für die oberen Level: ob Sie Senator oder HON Circle bei Miles & More sind, oder Gold oder Platinum bei Flying Blue, allianzweit ändert sich für Sie nichts. Die Airlines erkennen aber sehr wohl, dass manche Kunden weit über das allianzweite Gold- oder Elite-Plus-Niveau hinausgehen, und honorieren das entsprechend.

HON-Circle-Mitglieder von Miles & More bekommen mehr Upgrade-Gutscheine als Gold-Mitglieder, dürfen First-Class-Lounges nutzen, selbst wenn sie in der Economy fliegen (der Senator-Status erlaubt nur Business- oder Senator-Lounges, sofern man nicht First Class bucht), haben Zugang zum First-Class-Terminal in Frankfurt und genießen, wo verfügbar, einen Limousinenservice beim Ein- und Aussteigen.

Manche Programme vergeben sogar einen Lifetime-Status, sobald bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Ist dieser Status erst einmal erreicht, müssen Sie sich nicht mehr jährlich neu qualifizieren, sondern behalten ihn, selbst wenn Sie kaum noch oder nur gelegentlich fliegen.

Sie sehen also: die Verwöhnung geht deutlich über die Standardvorteile des zweiten oder dritten Levels hinaus.

Wie kommen Sie zu einem höheren Status?

Je nach Programm können Sie den Status über Statusmeilen, Flugsegmente oder Statuspunkte erreichen. Manche Programme lassen auch eine Kombination zu, etwa Statusmeilen und -segmente gemeinsam.

Statussegmente können sich lohnen, wenn Sie im Jahresverlauf viel, aber überwiegend in der Economy fliegen. Nehmen wir an, für den Silver-Status brauchen Sie 15 Segmente. Bei einer Hin- und Rückreise mit Umstieg, sagen wir von Barcelona über Frankfurt nach Bukarest, sammeln Sie mit einer einzigen Reise bereits 4 Segmente: Barcelona–Frankfurt, Frankfurt–Bukarest, Bukarest–Frankfurt, Frankfurt–Barcelona. Nur vier Flüge im Jahr, und Sie erreichen den Silver-Status, selbst wenn Sie durchgehend in der Economy sitzen.

Statusmeilen bringen Sie dagegen schneller ans Ziel, wenn Sie in der Premium-Kabine fliegen, auch wenn Sie insgesamt nur wenige Male im Jahr unterwegs sind. Erlaubt Ihnen die Airline beide Wege zur Qualifikation, reicht es, wenn Sie einen der beiden erreichen, und Sie genießen Ihren Status in der Regel für den Rest des laufenden sowie das komplette folgende Jahr. Manche Airlines qualifizieren übrigens weiterhin über die geflogene Distanz und die gebuchte Klasse. Wichtig dabei: die Buchungsklasse ist nicht dasselbe wie die Kabine. Sie hängt vom Tarif ab, den Sie kaufen, ein günstiger Aktionstarif oder ein Standardtarif zum Beispiel. Bestimmte Buchungsklassen können sogar komplett von der Meilengutschrift ausgeschlossen sein, weder Award- noch Statusmeilen. Meist gilt: je teurer die Buchungsklasse oder der Tarif, desto mehr Meilen. Und manchmal trennen nur ein paar Euro oder Dollar die Buchungsklasse ohne Meilengutschrift von der, die Ihnen auf demselben Flug den nächsten Statusschritt einbringt.

In den letzten Jahren sind immer mehr Airlines auf eine Qualifikation über Punkte umgestiegen, die nicht mehr direkt von Distanz oder Buchungsklasse abhängen. Oft wird stattdessen einfach nach Regionen unterschieden. Ob Sie innerhalb derselben Region fliegen oder von einer Region in die andere, bestimmt eine feste Anzahl an Statuspunkten, ergänzt um die gebuchte Kabine (Economy, Premium Economy, Business oder First).

Ein Programm ist nicht wie das andere

Die Unterschiede zwischen den Programmen, selbst innerhalb derselben Allianz, sind enorm. In einem Programm reichen vielleicht vier oder fünf Flüge für das erste Statuslevel. Beim falschen Programm brauchen Sie für denselben Level plötzlich 60 Flüge im Jahr, oder Sie erreichen ihn schlicht nicht, weil das Programm eine bestimmte Airline als Bedingung voraussetzt.

Mit dem richtigen Programm und der passenden Strategie lässt sich ein erster oder zweiter Statuslevel meist erstaunlich leicht erreichen, auch wenn Sie überwiegend in der Economy unterwegs sind. Bestimmte Reisemuster, also Kabinenklasse, Häufigkeit, Zielregionen, können ein bestimmtes Programm für Sie persönlich attraktiver machen, selbst wenn dasselbe Programm im allgemeinen Vergleich gar nicht auf Platz eins stünde.

Wie geht es weiter?

In kommenden Artikeln schauen wir uns einzelne Programme im Detail an, mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen.

Bis dahin beraten wir Sie gerne bei der Wahl des passenden Programms und der optimalen Nutzung, abgestimmt auf Ihr individuelles Reiseprofil. Kontaktieren Sie uns gerne oder buchen Sie direkt Ihre individuelle Beratung.

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